TAC & HHZ: Der große Guide zu Wirkung & Legalität

TAC & HHZ: Der große Guide zu Wirkung & Legalität

Die neuen Alternativen nach dem HHC-Verbot
Der Cannabinoid-Markt entwickelt sich rasant. Nach dem Verbot von HHC im Juni 2024 füllen neue Kürzel die Regale: TAC und HHZ. Viele Konsumenten sind verwirrt. Ist TAC ein neues Wundermittel? Ist HHZ legal? Wir analysieren die Fakten und die Rechtslage (NpSG) hinter den neuen Trends.


1. Was bedeutet TAC wirklich? Wissenschaft vs. Marketing
Der Begriff TAC wird aktuell doppeldeutig verwendet, was zu Missverständnissen führt.
Die wissenschaftliche Definition: In der Fachwelt steht TAC für Total Active Cannabinoids. Es ist ein Qualitätsstandard, der die Summe aller aktiven Wirkstoffe (THC, CBD, CBG, CBN etc.) beschreibt. Ein hoher TAC-Wert deutet auf den sogenannten Entourage-Effekt hin, das Zusammenspiel aller Moleküle für eine rundere, effektivere Wirkung, wie sie von der Natur vorgesehen ist.

TAC als Marketing-Begriff ("TAC Vapes"): In Online-Shops ist "TAC" oft ein Produktname für Vapes, die eine psychoaktive Wirkung versprechen. Da HHC verboten ist, nutzen Hersteller diesen seriös klingenden Begriff, um Mischungen aus neuen, noch legalen Derivaten zu verkaufen. Meist verbergen sich dahinter komplexe "High-Potency Blends" oder spezifische Mischungen aus Minor-Cannabinoiden und neuen Derivaten, die synergetisch wirken sollen.

2. HHZ im Fokus: Die Weiterentwicklung von HHC Während TAC oft als Sammelbegriff für das Endprodukt dient, bezeichnet HHZ in der Regel eine spezifische chemische Weiterentwicklung oder eine neue Substanzklasse, die das Erbe von HHC antreten soll.

Die Chemie & Hintergrund: HHZ ist darauf ausgelegt, die stabilen und wirksamen Eigenschaften von HHC beizubehalten, jedoch mit einer chemischen Struktur, die (noch) nicht unter die strengen Definitionen der aktuellen Verbotsgesetze fällt. Chemisch handelt es sich oft um modifizierte oder hydrierte Varianten, die eine hohe Affinität zu den Cannabinoid-Rezeptoren aufweisen. Hersteller zielen darauf ab, eine ähnliche Bindungsfähigkeit wie bei THC oder HHC zu erreichen, um vergleichbare Effekte zu erzielen.

Die Wirkung von HHZ: Das Wirkprofil wird von Nutzern oft als sehr ähnlich zu HHC beschrieben, jedoch mit feinen Unterschieden:

  • Wirkcharakter: Oft als entspannend und euphorisch wahrgenommen.
  • Potenz: Je nach spezifischer Formulierung kann HHZ eine starke psychoaktive Wirkung entfalten, die für viele eine echte Alternative zu den verbotenen Vorgängern darstellt.
  • Unterschiede: Manche Varianten wirken körperlastiger, andere eher mental stimulierend ("Head High").

3. Rechtslage in Deutschland: Ist HHZ legal? Das Verbot vom Juni 2024 erfasste HHC und THCP durch eine Erweiterung des NpSG (Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz).

Warum HHZ noch verfügbar ist: Das NpSG verbietet Stoffgruppen basierend auf sehr exakten chemischen Definitionen (Grundgerüste und Seitenketten). Die Hersteller von HHZ nutzen hierbei oft chemische Nischen: Wenn ein Molekül an einer spezifischen Stelle modifiziert wird, die vom Gesetzestext nicht explizit abgedeckt ist, fällt es vorerst nicht unter das Verbot.

  • Wichtig: Dies ist ein dynamischer Prozess ("Katz-und-Maus-Spiel"). Der Handel und Besitz bewegen sich oft in einer Grauzone, bis der Gesetzgeber die Definitionen erneut anpasst. Für den Endkonsumenten ist der Besitz nach NpSG meist straffrei (Gefahr der Einziehung), während der Handel riskant ist.

4. Sicherheit und Risiken: Was Konsumenten wissen müssen

Der Führerschein ist in Gefahr: Dies ist das größte Risiko für Konsumenten. Urin-Schnelltests suchen nach allgemeinen Cannabinoid-Strukturen. Da HHZ strukturell meist eng mit THC oder HHC verwandt ist, schlagen Tests fast immer positiv an. Auch Labore können Schwierigkeiten haben, neue Derivate sofort korrekt von illegalem THC zu unterscheiden. Wer auf seinen Führerschein angewiesen ist, sollte vorsichtig sein.

Gesundheitsschutz:

  • Reinheit: Da es sich um neuartige oder halb-synthetische Stoffe handelt, ist die Reinheit entscheidend. Kaufen Sie nur Produkte mit Laborzertifikat (COA), um sicherzugehen, dass keine Lösungsmittelrückstände oder Schwermetalle enthalten sind.
  • Dosierung: Herantasten ist Pflicht. Da die Potenz je nach "Batch" und Hersteller variieren kann, gilt: "Start low, go slow".

Fazit TAC und HHZ sind die Antwort des Marktes auf die Prohibition. Während der wissenschaftliche TAC-Wert für Qualität steht, sind HHZ-Produkte der Versuch, legale psychoaktive Alternativen bereitzustellen. Sie bieten ähnliche Effekte wie ihre Vorgänger, kommen aber mit der üblichen rechtlichen Unsicherheit neuer Stoffe. Transparenz und Laboranalysen sind beim Kauf der wichtigste Faktor.

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